Menschen in meinem Umfeld sagen mir immer wieder: „Fortunata, du solltest den Menschen da draußen erklären, was du eigentlich tust.“ Und dabei merke ich, dass es nicht nur mir schwerfällt, dafür die richtigen Worte zu finden. Selbst Menschen, die mich und meine Arbeit kennen, können manchmal nur schwer in Worte fassen, was ich eigentlich tue.
Vielleicht liegt es daran, dass vieles davon für mich selbstverständlich ist. Ich nehme wahr, bekomme Bilder und Informationen – oft schon bevor ein Mensch zu mir kommt. Woher diese Informationen kommen, darf jeder für sich benennen. Das Universelle, das Licht, die geistige Welt – für mich ist dieser Zugang etwas ganz Natürliches. Diese Verbindung ist ein Teil von mir. Sie ist für mich selbstverständlich, und ich bin unfassbar dankbar, diese Verbindung zu haben.
Ich habe verschiedene Möglichkeiten und Methoden, mit denen ich arbeiten kann. Doch sie sind nicht der Kern meiner Arbeit. Jeder Mensch ist anders, jede Begleitung ist anders. Im Kern geht es für mich um den Menschen und seine Seele. Und genau dazu bekam ich heute ein Bild. Ich sah eine Brücke.
Ich stand auf einer Seite dieser Brücke. Hinter mir nahm ich immer mehr Seelen wahr. Es wurden immer mehr und immer mehr. Ich sah Menschen, Verstorbene und auch Tiere. Doch für mich gab es dabei keine Trennung. Ob Mensch, Tier, Verstorbener oder ein Anteil eines Menschen – für mich ist es die Seele, die ich wahrnehme.
Ich fühlte mich dieser Gemeinschaft verbunden und nahm ihre Unterstützung wahr. Sie sagten zu mir: „Auf, Fortunata. Geh rüber. Geh über die Brücke. Sag es ihnen.“ Und ich sagte zu ihnen: „Ja, ihr könnt leicht reden. Euch nehme ich wahr. Euch sehe ich. Euch fühle ich. Ich verstehe, was ihr mir mitteilen möchtet. Aber wie soll ich das einem Menschen erklären, der euch nicht so wahrnimmt wie ich?“
Denn diese Verbindung zur Seele lässt sich für mich kaum in Worte fassen. Ich verstehe sie. Da ist ein Vertrauen, eine Verbundenheit, die für mich ganz natürlich ist. Wenn mir eine Seele begegnet, die Angst hat, verletzt wurde oder Belastendes erfahren hat, spüre ich, wie ich ihr begegnen darf. Ich gehe ins Mitgefühl, nehme wahr, was sie trägt, und werde dabei selbst geführt. Ich bekomme Bilder und Informationen und nehme dadurch wahr, was sie in diesem Moment braucht. Für mich beginnt genau dort etwas ganz Wesentliches: Vertrauen.
Vielleicht ist es genau deshalb so schwer, diese Arbeit einem Menschen zu erklären. Denn der Mensch möchte Worte und Antworten. Er fragt: Was machst du? Wie arbeitest du? Wie kannst du mir helfen? Die Verbindung zur Seele erlebe ich anders. Ich muss sie nicht erst mit Worten verstehen – ich nehme sie mit meinem ganzen Sein wahr.
Dann veränderte sich das Bild. Ich sah mich mitten auf der Brücke stehen und streckte eine Hand aus. Eine Seele kam auf mich zu. Ich lächelte sie warm und liebevoll an. Da war sofort diese Vertrautheit zwischen uns. Ich wusste, dass sie bereit war zu heilen. Ich ging ins Mitgefühl und gab ihr den Raum für das, was sie mir mitteilen wollte.
Dann streckte ich meine andere Hand zum Menschen aus. Und in diesem Moment wurde das Bild für mich ganz klar:
Eine Hand bei der Seele. Eine Hand beim Menschen.
Auf der einen Seite diese Welt, die für mich so selbstverständlich ist. Auf der anderen Seite der Mensch, der verstehen möchte. Und ich dazwischen. Durch das, was ich wahrnehme, beginnen sich Zusammenhänge zu zeigen. Manchmal ist es wie bei einem Puzzle. Ein Teil fügt sich zum nächsten. Vielleicht zeigt sich ein Anteil des Menschen, eine Angst, eine Blockade, ein Erlebnis oder etwas, das sich in seinem Leben immer wiederholt. Und nach und nach entsteht ein Bild, durch das etwas verständlich werden kann, das vorher keinen Zusammenhang ergeben hat.
Der Mensch kann dadurch vielleicht erkennen: Warum habe ich diese Angst? Warum wiederholt sich dieses Thema in meinem Leben? Warum komme ich an diesem Punkt nicht weiter? Und dann kann dieser Moment entstehen: „Jetzt verstehe ich.“ Genau dieser Moment ist für mich wichtig. Denn wenn ein Mensch versteht, woher etwas kommt und was dahinterliegt, kann sich etwas in ihm bewegen. Ein Knoten kann beginnen, sich zu lösen. Ein Anteil, der lange nicht gesehen wurde, kann wieder wahrgenommen und liebevoll angenommen werden. Zwischen dem Menschen und diesem Anteil kann wieder eine Verbindung entstehen. Der Anteil, den ich außerhalb des Menschen wahrnehme, kann zu ihm zurückkehren – dorthin, wo er eigentlich hingehört.
Vielleicht verstehe ich durch das Bild der Brücke heute selbst ein Stück besser, wie ich meine Arbeit einem Menschen erklären kann. Ich muss das, was ich tue, nicht in ein festes Schema pressen. Vielleicht kann ich es mit einem Bild viel einfacher erklären.
Ich kann meine Hand ausstrecken. Ob der Mensch sie nimmt, entscheidet er selbst. Natürlich möchte ein Mensch verstehen, Fragen stellen und wissen, worauf er sich einlässt. Das ist für mich selbstverständlich. Gleichzeitig braucht es eine gewisse Offenheit und auch Vertrauen, diesen Weg überhaupt zu betreten. Nicht, um alles glauben oder genauso wahrnehmen zu müssen wie ich, sondern um sich darauf einzulassen, dass sich manches vielleicht erst auf dem Weg zeigt.
Vielleicht ist genau das die Brücke zwischen meiner Welt und deiner Welt.
Ich bin Fortunata – Übersetzerin der Seele. Eine Brücke zwischen Seele und Mensch.
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