DER STEIN IM WASSER

Ich möchte heute ein Bild mit dir teilen, das ich in meinen Gesprächen immer wieder verwende – das Bild vom Stein im Wasser. Stell dir vor, in der Kindheit entsteht ein schmerzhaftes Gefühl. Vielleicht fühlst du dich nicht gesehen, nicht verstanden, allein oder abgelehnt. Dieses Gefühl ist wie ein Stein, der in einen Bach fällt.

Das Wasser fließt weiter. Jahre vergehen. Der Stein liegt noch immer dort. Später begegnet dir ein Mensch oder es geschieht etwas, das diesen Stein berührt. Plötzlich ist das alte Gefühl wieder da. Es steigt in dir auf, als wäre es gerade erst entstanden.

Dann glauben wir oft, der Mensch vor uns habe dieses Gefühl verursacht. Doch vielleicht hat er es nicht erschaffen. Vielleicht hat er nur etwas berührt, das schon lange in uns lag. Der entscheidende Moment entsteht, wenn wir nicht nur nach außen schauen und fragen: „Was hat dieser Mensch mir angetan?“ Sondern wenn wir stehen bleiben, nach innen schauen und nach innen fühlen.

Wo ist dieser Stein eigentlich ins Wasser gefallen? Wann habe ich dieses Gefühl zum ersten Mal erlebt? Was wollte damals gesehen, verstanden oder gefühlt werden? Der andere Mensch ist nicht immer der Ursprung des Gefühls. Manchmal ist er der Spiegel, durch den wir erkennen können, was bereits in uns war.

Es geht nicht darum, das Verhalten anderer zu entschuldigen. Es geht darum, den Ursprung des eigenen Gefühls zu erkennen. Denn erst wenn wir erkennen, wo der Stein ins Wasser gefallen ist, können wir dem Gefühl wirklich begegnen.

Wenn dich das berührt hat und du wissen möchtest, was bei dir gerade hochkommt — schreib mir oder buche ein kostenloses Erstgespräch.

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